Der Weg vom Nektar zum Naturprodukt – Was ist Honig eigentlich?

Honig gehört zu den wenigen Lebensmitteln, die nahezu unverändert aus der Natur auf unseren Tisch gelangen. Und doch ist er alles andere als einheitlich. Geschmack, Farbe, Konsistenz und Aroma unterscheiden sich teils deutlich – selbst innerhalb einer einzigen Region. Um Honig wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf seine Entstehung.

Wie entsteht Honig? Der Prozess beginnt, wenn Bienen Nektar aus Blüten oder Honigtau aufnehmen und in ihrer Honigblase (dem Honigmagen) transportieren. Bereits auf dem Rückflug in den Stock beginnt die Verarbeitung: Die Bienen fügen dem Nektar körpereigene Enzyme wie Invertase und Diastase aus ihren Futtersaftdrüsen hinzu. Diese Enzyme spalten komplexe Zuckerarten in die Einfachzucker Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) auf.

Zurück im Bienenstock wird der zuckerhaltige Saft:

  • an andere Stockbienen weitergegeben und mehrfach umgetragen
  • durch Fächeln mit den Flügeln aktiv eingedickt
  • schließlich in den sechseckigen Wachswaben eingelagert und mit einem luftdichten Wachsdeckel verdeckelt

Erst wenn der Wassergehalt durch die Bienen auf unter 20 % (bei Qualitäts-Honigen nach den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes sogar auf unter
18 %) gesenkt wurde, gilt der Honig als reif und kann geerntet werden.

Quellen:

  • Honigverordnung (HonigV) Anlage 1 & 2 (Definition und Beschaffenheit)
  • LAVES Niedersachsen – Institut für Bienenkunde (Bedeutung der Enzyme Invertase/Diastase)

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